Wieder ist ein Schluck aus dem schon gewaltig entleerten Fass meiner Sanduhr verieselt. Nebenbei entschuldigt, falls in der Sahara nun eine Duenen fehlt, wird das wohl an eben diesem Zeitglas liegen, ein Jahr nimmt schliesslich seinen Sand in Anspruch.
Ich werde nun einfach auf den Boden greifen.. aha, ja… uh, da ist sie ja! Durch ihre Dicke ist das geradezu Tau-aehnliche Schnurwerk, welches sich als “Faden” durch meine Gedankengaenge zieht, leicht zu finden, nicht zu uebertasten. Gut geruestes, greif ich (nicht das man mich bei der Wiederholung dieses Verbs fuer einen Fummler haelt, solche ungeziemlichen Gedanken verbiete ich mir, gerade hier im Sittenfesten und Tabuueberfuellten Thailand). Gut Angeschnallt und Vollgas in die Rechenschaftsablegung –eine weitere Randbemerkung: Zur Zeit wird hierum –Verkehrssicherheit, eine Errinerung an den so gern vergessenen Sicherheitsgurt, Drink-don’t-drive etc blabla- wieder viel Trubel in der Werbebranche gemacht und etliche Campagnen stossen auf noch zahlreichere taube Ohren (gerade Songkran ist die Hochzeit fuer [toedliche] Unfaelle hier, wohl nicht unerheblich aus den noch-mehr-als-sonst Alkoholkonsum der unterforderten, gelangweilten Dorfjugend resultierend –gern als ‘Bad Boys’ bezeichnet (da ich mich als AFSer natuerlich nur in der tugendhaften Oberschicht niederlassen kann/tue, bleibt mir nicht erspart, nach benannten Ungluecken Gardinenreden mit ellenlanger Stoffmasse ueber das “ja, dass kommt alles von den Familien”, “die Eltern kuemmern sich nicht”, “wie gut, dass das bei uns alles besser ist” anhoeren zu muessen) – und dann noch hinzukommend die vielen, unvorsichtigen (hier wird ja nicht in Fahrschulen gelernt, nein, hier wird das Fuehren des motoriesierten Fahrzeugs seinem 11-jaehrigen Sohn so-gut-man-kann, so-viel-Zeit-man-grade-hat beigebracht und dann passt schon.. dass die Kenntnisse der Verkehrsregeln dabei nicht grade zugute kommen, ist offensichtlich) Moped- und Rollerfahrer (Verkehrsmittel Numero 1!), sich zwischen all den vielen,vielen Autos (alle aus den grossen Staedten kommen zu den Verwandten in der Pampa) auf den kleinen, kleinen Strassen hin- und herschlaengeln und –guetschen. Was nicht passt, wird passen gemacht, und auch ich hab schon einige Male dieses Bild miterlebt, dass ein Zeuge (es wird grundsaetzlich Fahrerflucht begangen) ein Maedchen in Schuluniform liegend ueber beide Arme zum naechsten Krankenhaus bringen muss. Kein Angenehmes, kann ich sagen..
Griff ans Tau. Was ist seit der grossen Wasserschlacht passiert?
Ich denke, ich hatte nicht einmal erwaehnt, dass Isa –eine AFS-Freundin, sesshaft in der Zentralebene- nach unserem Besuch in ihrer Stadt (namentlich Singburi, aber das wuerde euch sogar mite in bisschen mehr oertlicher goergraphischer Kenntniss ueber Thailand nicht aus der Breduille helfen, man reisst sich die Haare aus bei all den ‘..buris’ im thailaendischen Koenigreich, zu allem Ueberdruss sind sie ueberall auf der Karte verteilt, ergo nicht territorial zuordbar (ein kleiner Hauch von Namen: Suphanburi, Buriram, Chonburi, Lopburi, Nonthanburi, Ratchaburi, Chanthaburi, Kanchanburi, Petchaburi…), schloss sie sich auf die entgegenkommende und wirklich sehr nette Einladung meines Vaters uns auf dem Rueckweg an. Was hatte ich aber –wieder einmal reisend, mein Leben hier scheint aus einem einzigen grossen, unaufhoerlichen, ermattenden, aber wunderbaren Tripp zu bestehen- in diesem nach Bangkok (eigentlich Grungthep Mahanarkhon, falls ich das noch nicht erwaehnt hatte.. der Name der Hauptstadt ist ein Lied und geht ueber eine halbe DinA4-Seite) 2-reichsten Teil Thailands, bedingt durch den guten Boden; daher 2mal im Jahr Ernte moeglich. Aber wir wollen hier nicht mit Gesellschaftskunde anfangen. Entschluessel ich also dieses kliene Mysterium, dass wohl keinen grossartig von den Socken haut, gleichsam einem Zaubermagierring (Paul ist nebenbei ganz besessen von diesen Trick-Verkaeufern am Strassenrand hier, was immer sehr witzige Situationen erzeugt). Ich mach einen ganz schoenen Trubel um diese Kleinigkeit. Hui, macht das Spass..nun, ich pack jetzt aus – ratatamm.
Der Grund war, dass.. die Familie meiner Mutter in Singburi wohnt. Ganz einfach so. Und eine meiner Tanten (meine Oma muetterl.seits hat 9 Kinder, der Vater –ein Trunkebold- starb, als meine Mutter 14 war; sodann musste die /nunmehr 80jaehrige, schwerhoerige/ Oma {diese kleine Behinderung sorgte stehts fuer viel Geschrei, und auch ich trainierte meine Stimme, wenn ich mit ihr redete} das Geld fuer die Familie auf dem Markt verdienen, wo sie Kannoms verkaufte. Ganz stolz sind alle darauf, dass meine Oma ganz alleine die Kiddis grossgezogen hat (auch wenn meine Mutter –nicht schlechtes ueber das Fmailienhaupt sagen duerfend oder wollend- kleinlaut bemischte, dass die Erziehung an vielen Ecken dadurch zukurz kam)) ist dann auch noch Lehrerin von Isa, genauso wie ueber irgendwelche Bruecken Isas Familie mit der meinigen verwandt ist blabla. Wir hatten also allen Grund, zusammen zu bleiben ;D. Und was gibt es fuer einen AFSer schoeneres, als wieder tratschen zu koennen und seine Freunde –die doch als einzige Ahnung ueber deine Herkunft haben- wiederzusehen. Dort vor Ort ging es fort, und wir besuchten ein Staatstheater (es war schrecklich stuemperhaft, aber interessant; es laesst sich entschuldigen, dass diese Art der Kunst [Dramen] nicht aus Thailand stammen), einige grosse Wats (dass ist der Reiz, den die Zentralebene neben seinen kraeftig gruenen Reisfeldern zu bieten hat)
Und eben Familienbekanntschaften..
Ostern verbrachte sie nun bei uns, was sehr nett war. Isa hatte noch nie den Isaan gesehen, und so brachte ich sie in meine Doerfer, zeigte ihr das Leben hier, und nebenbei bemalten wir noch Eier mit aus Deutschland eingeschickter Faerbefarbe.
Mein Bruder erwies sich hierbei als ziemlicher Stuemper, wie sollte es auch anders sein ;). Aber – sein Weihanchts-Osterei, dass er vollkommen mit Goldglitzer beklebte, haengt jetzt neben all den anderen in unserem Flur – sehr untypisch und genauso zuvorkommend von meiner Mutter (Thais haben es oft nicht so mit der Offenheit).
Meine Schwester wollte von all dem nichts wissen und hielt sich auch noch nach meiner 1001 Einladung zu “Easter” und Eiermalen fern. Es brachte mich wieder ins gruebeln.. und sie sind doch SO verschieden von uns. Wuerden wir nicht sofort aufstehen und hinzukommen, wenn unser Thai-Austauschschueler sich daransetzt, Thai-Gluecksfische aus Plastikflaschen zu falten.. all das ist also unser kultureller Austausch. Manchmal recht einseitig getauscht, aber ich muss mich nicht beklagen, ich bekom die volle Ladung Umstellung und Kultur!
Zurueck zu den Bahnen. Isa wurde ein Hauch vom einfachsten Leben in Thailand vorgefuehrt, und nach 3 Tagen war jegliches Bpai Tiau zu ende. Wirklich?
Schon am naechsten Tage musste ich einsehen, dass ich mir auch jetzt nicht –nach betrachtlich einem Jahr- nie sicher sein kann. Der Austauschschueler fuehrt eines der unbestaendigsten Dasein, so das Buggenrueggeste Rosinenlexikon.
An dieser Stelle wurde mir offenbart, dass wir –Vater, Bruder, Tino- nun “for Bangkok hadden” wuerden. Und dies sollte nicht das einzige Mal sein!
Beim ersten Mal brachten wir -2 Tage imn Voraus, aus Ruecksicht auf meinen kranken Opa (wir nennen ihn Gong, was chinesisch ist)- meinen Bruder zu seinem AFS Camp. AFS Thailand in der Branche der Sending Programs, sprich die Sparte, die sich um die Thai-Schueler kuemmert, die demnaechst ins Ausland geht, hat mich bisher nicht wirklich ueberzeugt. Auf meine Anfrage, die ich bereits vor Monaten stellte, ob ich als Mitarbeiter auf das Camp mitgehen koennte –es war das “Europe I” Camp, von daher brachte ich tiefgreifenste Insiderinformation nicht nur zu Deutschland oder Frankreich, sondern wohl mit Allgemeingueltigkeit- Wir Deutschen Hopees (Zuekunftige Austauschschueler im AFS-Jargon)hatten damals auf unserer (3!) Vorbereitung, der Laenderspezifischen, auch einen Thai-Schueler, was ungemein interessant und hilfreich war. Schlichtweg und ohne Begruendung wurde nach langen Diskussionen immer noch ganz thaimaessig besaenftigend mein Gesuch abgelehnt, bzw. ‘verschoben’. Schlimmer ist allerdings, dass das selbe fuer Janno und Arne passierte, die nun ihr Freiwilliges Soziale Jahr in Thailand absolvieren und bei AFS arbeiten!
Nicht dass nun faelschlicherweise eine allgemeine Abneigung gegenueber AFS-Thailand meinerseitz durscheinen wuerde – waermsten zugetan bin ich den P’s der fuer uns zustaendigen Sparte, die –nach eigenen Angaben- vollkommen unabhaengig von den Sending Pr. arbeiten. Die Hosting Staffs und Volunteers machen ihre Sache super, wenn auch manchmal etwas zu guetig und locker (wie wir an etwaigen aegyptischen Mitschuelern oder anderen Gesetzesbrechern festmachen koennten..).
Un. Unterstuetzung fand ich aber von der jugendlichen P’ Retournee-Campleiterin, in meinem Wunsch, den unerfahrenen Thais, die sich bald ins Abenteuer der individuell eingerichteten Fallangsache werfen, zu helfen –nahezu unvorbereitet tun sie dies, wie mir scheint: eine EINZIGE Vorbereitung, und diese nicht etwa wie bei uns huepsch vom oertlichen Komitee organisiert, sondern ‘alle Fliegen mit einem Schlag greifend’ landesweit in Bangkok, nicht mal laenderzugeordnet, sondern grad ein ganzer Kontinent, was eine wohl schwer zu erreichende Masse von 216 Schuelern, 30 Volunteers und 3 Tagen darstellte… aber unsereiners Hilfe wird undankbar abgelehnt. Ich nehme mir das Recht, eingeschnappt wie eine Mausefalle zu sein!
4 Tage also in der geliebt gehassten Asiatischen Supermetropole. In den ganen Abgasen hab ich es dann doch 3 Tage hintereinander geschafft, meine lieben Freunde zu treffen –mit vollstem vaeterlichen Segen, die Familie blieb –bei manchen eigentlich aus Antriebsarmut als den kommenden, vorgegebenen Grund- staendig nur daheim in ihrem “vistapark” Perfektes Wohnen zwischen all den Wellblechhuetten, und ‘kuemmerte’ sich (ein alter, schlafender Mann hat auch wirklich eine Betreuung von 7 rumsitzenden Erwachsenen noetig, dass ist nach Thai-Logik absolut klar!) ganz pflicht- und ehrbewusst um ‘Gong’.
Wir 4 –geprobte Konstellation: Paul, Anna, Melina und der Schokodarsteller- pluenderten gekonnt die Stadt aus, und liessen keine nette Spassigkeit aus. Wie gehabt ist Siam Paragon Treffpunkt Tii Nueng [1] –wir muessen ja alle von allen Seiten kommen, und da wir alle viel Zeit brauchen, sammelten wir uns eben alle in der allseitig gleichberechtig entfernten All-Mitte.
Ich moechte nicht zu viel Sahne verspruehen und euch die Baerte vollpinseln(mit Wai und japanischem Rueckenknacks enschuldige ich mich bei allen Anhaengern des gleichstarken Geschlechts, das mit weniger Koerperbehaarung), aber ich lass damla ein paar Anekdoten fallen –
Erst muss euch bewusst werden, wo wir uns befinden – was ist das Paragon? Der ganze Siam-Square-Komplex ist eines der 3 Zentren Bangkoks, und es versammelt in ihren aneinanderhaengenden, sich ueber die wuselnden Strassen schwingenden und kunstvoll designten Raeumlichkeiten alles, was richtig Geld kostet. Ganz oben sind da Gefaehrte unter solch klingenden Namen wie Porsche, Bugatti, Jaguar und Companie vorzufinden. Es gibt darin auch ein super tolles Kino, mit dem ich –wobei es wie absolute alles furchtbar teuer war (ich meine, in meinen Thai-Massstaeben.. 4 Euro fuer ein Kinoticket ist absoluter Wucher. Nur weil es eben Siam ist.. aber die ledernden Couches [Plural?] anstelle der Sessel waren annehmbar). Neben dem Kinopunia, an dem wir uns Abends, wenn noch etwas Zeit war, an den schriftlich und fgaphisch ueberbordend vorhandenen Druckarbeiten auf verarbeiteten Baeumen guetlich taten, gibt es da natuerlich noch die Foodhall; das groesste Aquarium ist fuer uns unerschwinglich, mit seinen 450 Baht (9 euro!), lockt zurzeit nicht sonderlich betoerend mit seinen kostuemierten Ladys im Wasser, von denen mein Bruder steif und fest behauptet, es seien echte Mermaids O_o!
Was uns diesmal erfreute, fand in den massig vorhandenen Nobelmarken mit Stoff und Hautbedekungswaren ihre abenteuerliche Form. Nach dem wir uns gegen Boss,Armani, Bugatti nebst Alberto , dafuer aber fuer David Smith, dessen Boutique und Service –der Orangensaft bei der Beratung hat geschmacket, wir unterliessen aber den Aufruf zum Pfurzen und Ruelpsen- nun doch am teuersten wirkte, liess ich mich fuer eine Stunde beraten, auststatten und hatte am Ende einen wunderbar assortierten, 2000 Euro wertenden Anzug anhatte, schlossen wir gekonnt und ohne Afront unser Schauspiel und verliessen die Dame in dem Wissen, dass meine Eltern sich nun baldig ueber den Preis entscheiden wuerden, den sie fuer mein Verlobungskostuem zahlen bereit seien… nein, wir sind mit der ganzen Sache nicht unfassbar dreisst, denn behaltet im Hinterkopf: Wir sind Fallangs. Von uns wird ohne Frage angenommen, wir koennten uns tatsaechlich nach Pauls Wunsch “2 von den roten BMW’s und noch einen von dem gruenem Masarati dort drueben zum Einpacken” mitnehmen. Mir hats Spass gemacht.
Die Maedchen hatten dann noch bei den interessantesten Abendkleidern, die meine Aeuglein erblicken und meine Haendchen befassen durften, ihre Freude; schwubst di wupps wurde mit dem sich-selbst-antreibenden Kinderroller zur Schminkabteilung gewackelt (sehr interessant, was 2010 in unseren Kinderstuben alles Standard sein wird!), wo wir –stark duftend und als Paradiesvoegel wieder herausfanden- auch schon ausserhalb der ganzen Prachtalle auf einen kleinen, futzeligen japanischen 60-Baht-Shop stossen, der sich als wahre Fundgrube fuer gegenseitige Geschenke erwies. Ich bin nun stolzer Besitzer einer 60 Baht- Regenhose, ganz durchsichtig und sogar mit Bund! Paul hatte grosse Freude an der “Doktor best Rot wie eine Tomate” Massage-Stange, dessen Anwendung nur den nun sehr cleveren Japanern bewusst sein muss.
Das war laengst nicht alles.. mit jeder Sekunde in unsrem Leben laesst sich etwas tolles Anfangen, seien es nun gratis-Ohrloecher stechen, sich mit einem Lebenskuenstler unterhalten ode rgratis hin und her fahren mit dem Skytrain, dabei auf die Geheimnisse des menschlichen Seins stossen (ist es nicht umfassend aufschlussreich, zu sehen, dass fuer 6 lange Stationen ein gelber Sitz unbsetz bliebt, dafuer aber 9 Menschen stehen, und alle unruhig von einem Fuss auf den anderen treten, und dei gierig, verschleierten Blicke machtkaempfe ausuebend umherrschweifend.. wie sehr wir uns doch um das kuemmern, was in den Koepfen anderer vor sich geht –vorausgesetz es geht da um unsere Entitaet; es lebe der/die/das Freud-e!)…
Nun aber mal schnell – ich trabe mein roemischen Rennhengst an, und es rast mit dem hethistischen Streitwagen durch den Circus; die Tage verflecutigten sich, das AFS-Treffen (mitsamt seiner einstuendigen ‘Konverenz’ gerichtet an Hopees + Eltern) erwies sich als sehr aufschlussreich und interessant. Es ist beeindruckend, wie wenig ich mir vorstellen konnte, was fuer die Thais –stellvetr. Fuer alle ‘Auslaender’ Deutschlands- wichtig und fragwuerdig und erklaerungsbeduerftig im Hinblick auf unsere eigene Kultur (oh ja, sowas haben auch wir!) und eben Europa ist. Nuschlagbar im Interesse war nateurlich Thema Nummer eins –das Wetter. Banal. Aber das beschaeftigt sie nun mal. Was fuer eine Aufregung und stellenweise auch Furcht sich vor unseren lebensfeindlichen Klimatas sich breit macht, wenn die Woerter Schnee und Winter fallen. Fragwuerdig ist nur, warum –stellvertretend fuer ganz Europa - wozu, ich moechte errinern, eben auch Frankreich, Spanien, Italien.. gehoert – die einzigen Sprecher zu diesen frostigen Themen die Retournees aus Laendern wie Russland, Schweden und Island war. Da wird wohl im September ein junges Maedchen am Madriter Flugplatz stehen, in ihrem Koffer 3 Maentel und Vitamintablette, ganz gespannt auf die Zeit in ihrem Austauschjahr, in der die Finsterniss ueber die meiste Zeit des Tages herrscht … bittere Enttaeuschung wird sie erleben muessen, was haben die AFSer damals auch fuer Luegen erzaehlt! ;)
Fahren wir nun endlich zurueck. Selbst um die Erzaehlugen von der Heimfahrt koennt ihr euch nciht druecken – es ist einfach jede Minute ein Erlebnis in unserem Steinewaelzen alias Dasein!
Auf unserer zweisamen Fahrt entwickelten sich aeusserst interessante Gespraeche, die meinen Vater endgueltig als nicht geboxt Thai brandmarkten J
Unglaublich offen wagte er Vorstoesse in Themen wie Sex und fragte mich –er ist schliesslich unabringbar davon ueberzeugt, dass ich so unendlich reif und erwachsen und ‘geng’ bin. Die Schultern moechte ich mir nun nicht buersten, doch muss zu meiner Bescheidenheit’s Verteidigung gesagt werden, dass er ja als Vergleich nur seinen Sohn hat, der mit seinen 17 Jahren und seiner schreienden Unerfahrenheit und Naivitaet durch seine kleine heile Welt spaziert und sich immer ganz uninteressiert und duemmer, als ich weiss, dass er’s ist stellt, sobald mal eine Diskussion oder etwas Unbekanntes aufkommt. Allgemeine Anerkennung gilt hier fuer den Bauern, der ncihts isst, was er nicht kennt… Diese Gespraeche haben grad fuer mich sehr viel Aufschluss gebracht – im Blicke auf Thailand. Fuer normale Thais wir das Erste Mal so mit 28 sein, natuerlich nach der Heirat. Mein Vater fragte mich ganz besorgt um eine ehrliche Antwort, ob Lena und Isa meiner Meinung nach denn schon “..” hatten – denn sie hatten bei Spass-Unterhaltungen mit meinem Bruder eben fallen lassen, dass sie schon einmal einen Jungen gekuesst haben.. Oha! Alarmglocken! Sittenverfall! J
Wie in allen Aspekten des Lebens, fragte er mich auch hier nach meiner Sichtweise aus – alles, um an seinen Lehrmethoden fuer seinen Sohn zu arbeiten. Dei Erziehung nimmt er –gluecklicherweise, dadurch ist aus meinem Bruder schon der Mensch geworden, der er ist, uns sich schon gut gegen die breite Masse der anderen horizontlosen Thaischueler absetzt- .. denn er weiss noch nicht, wie er mit dem 17jaehrigen (Thai-Altersmassstaebe muessen sich in den Kopf gerufen werden!) ueber dieses totgeschwiegene, prikaere Thema sprechen soll – von Noeten wird e saber sein muessen, Kinder erleben hier keine Aufklaerung, und so ist das Einzige, was Jugendliche bis 21 Jahren darueber wissen, was man sich so unter Freunden tuschelt.. das AIDS-Problem, Sexuelle Uebergriffe (ausgestaute Fantasien..) und der in suedostasien weitverbreitete Prostituiertenbesuch wird damit wohl nicht ganz unverwandt sein. Zu Letztgenanntem : Entgegen der weitlaeufigen Meinung hat der bluehende ‘Liebes’markt nicht allzusehr mit auslaendischen Sextouristen zu tun, tatsaechlich sind naehmlich mehr als 70% der Freier Thais/Asiaten, und von 50% der Aussagungswilligen (die Dunkelziffer –gerade bei dem Thema, gerade hier in Thailand!- wird wohl nicht gerade gering sein) hattte schon mal oder hat regelmaessig Umgang auf diesem Gebiet..
Und bin nicht der erste Austauschschueler, der von seinem Gastvater eingeladen wurde, in ein Spa zu gehen, wobei die Situatino fraglos deutlich machte, was fuer eine Sorte Massage das sein sollte… ein Retournee erzaehlte, sein Gastvater haette ihn zum Geburtstag zu einem Bordell gefahren. Das ganze endete in einer recht peinlichen Lage…
Wir sind also zurueck in der Pampa.
Endlich durchatmen und sich freuen, mal etwas Ruhe und ‘Alltag’ gestellt zu bekommen.
Aha – Fehlanzeige. Da haste dich geschnitten, aaaler Wullewutz! So oder so aehnlich sprach der kleine schwebende Teufel neben meiner Schulter –nachdem er klischeehaft das Engelchen mit seinem Dreizack verkockelt hat-.
AM naechsten Tag –er fing gerade so schon gemuetlich an, morgens auf den Markt, sich dann an dies und das machen und die Zeit verscheuchen – da krawummst mit einem Male meinVater mit der donnernden Nachricht in meine Seeligkeit, und erzaehlt mir ganz gelassen, heute um 19 Uhr (durch das Thai-Stundensystem, dass sich nach der Zahl 6 richtet, waere dies 1 Uhr) wuerde wieder nach Bangkok gefahren. Die gazne Wahrheit dieser Mitteilung erreichte nicht direct, schliesslich konnte ich dadurch, dass Thai selten Personalpronomen benuzt und daher sehr schleierhaft ungenau ist, davon ausgehen, dass er damit nur von sich sprach. Im Laufe der Unterhaltung und spaetestens, nachdem meine Mutter mcih nach Oben scheuchte, um meine Sachen zu packen, begriff dann auch ich – ich hatte meinen Vater zu begleiten, ihm Gesellschaft zu leisten. Warum nicht meine Schwester, da ich doch gerade gestern erst heimgekommen bin? Nun, erstens bin ich der Junge, weshalb ich dem Vater zugeordnet werde, und zweitens kann von meiner Schwester in ihrem zarten Alter von 14 Jahren doch nicht im Ernst erwartet werden, dass sie sich soweit weg, so waghaft abenteuerlich von daheim wegbewegt. Noch dazu ohne Muttern!
Da hatte ich den Salat (schoen waers, nicht mal den hatte ich. Rohes Gemuese wird hier oft als viel zu gesund verschmaeht, und so warte ich vergeblichst auf mein 5-Gaenge-Essen, mit Kaese und anschliessend Vini-Gret-Salat [bitte in dieser Reihenfolge, nach mamsens Weisheit weiss ja jeder weis, dass der Kaese auf einem noch sauberen Teller zu essen sei – das sich die Haute Cuisine da so sehr irren kann!]).
Weit weg von kulinarischen Genuessen gestaltete auch dieser Aufenthalt als durchlebenswert. Gewusst wie und mit guten, offenen Menschen an seiner Seite rann mir am Ende von Pan’s Labyrinthe eine Traene aus dem Auge.. eine klitzekleine nur! Da wir uns im Siam-Kino [Ledercoach!] und damit ergo mitten im thailaendischen Westen, konnten wir uns auf Spanisch (V-O) mit engl. Untertiteln in diesen fantastischen Kunststreifen vertiefen.. ich fuehlte mich meiner Clemalapatas sehr nahe und haette weiss-buddha gerne sie in dem Moment an meiner Seite gewusst.
Die Ursache, der Grund unserens erneuten Kommens (ich moechte errinern, dass sogar in Thailand [1l – 50cent] Benzin nicht aus dem heimischen Wasserhahn tropft) war auch dieses Mal mein Gong (ich brauche nicht noch einmal dei Vokabel erklaeren, natuerlich errinert ihr euch, dass es sich NICHT um das Instrument handelt). Auch hier hiess es wieder, er wuerde ‘morgen mit uns zurueckfahren’ (er wohnt ja in meiner Stadt, fuehlt sich nur in Bangkok ‘sicherer’ [Krankenhaeuser gibt es sogar bei uns im Isaan]). Das war am Freitag, am Samstag wollte Grossvater auch wieder nicht, es hiess dann “Es wird wohl Sonntag werden”. Montag hiess es Dinestag, und tatsaechlich fuhren wir doch schon Montag los. Ohne Opa. Verwirrt? Ich auch. Aber nun, da heisst es dann immer (wenn man anmerkt, dass man die Logik am Verhalten der grosselterlichen Partei nicht versteht), “alte Leute sind eben so”. Irgend ein Einwand ist allerdings unzulaessig, schliesslich handelt es sich um das aelteste Familienoberhaupt, den Oberdino! Es wird also weiter ddie Umwelt versaut, in Bangkok merkt man den Unterschied sowieso nicht mehr..
Springen wir. Den Huerdenlauf schnell durchhechelnd, stoppen wir einfach erst in der jetztigen Wirklichkeit. Damit meine ich Meine Wirklichkeit, waehrend ich diesen Text schreibe, die logischer Weise schon in ein paar Momenten nicht mehr ganz so wirklich die reale Realitaet sein wird. Aber eines ist neben all diesen Kopf-Fuss-Rosine-Warrs und Wirrs sicher, Cogito ergo sum.
Wir schreiben das Jahr 2007 nach des Herrn Jesus von Nazareths Geburt, oder eher 2014, wenn man die Fehlrechnung der Geschichtschreiber mit einbezieht. Vor 2550 erblickte der kleine Siddartha das Licht seines nordindischen Palastes, anchdem seiner Mutter angeblich von einem silber-weissen Elefanten belaestigt worden sei.. immer diese Pilze! Die letzten Tage verbrachte der eher nichtig im Weltgeschehen wandelte Tino seine Zeit im Roten Haus, was nicht etwa die bezeichnung eines Hilfsverbandes fuer alleinerziehende Muetter ist, sondern vornehmlich der Name eines Dorfes. Das haeusliche Fahrrad –verglichen mit dem damaligen Klapperphillip in blau-rot-weiss [die Nationalfarben werden hierzulande nicht gerade vernachlaessigt; so zeigen sich Zaeune, Briefkaesten, Blumentoepfe in franz. Inspirierter Pracht] ein wahrer fliegender Teppich, sogar Bremsen gibt es- bringt mich jeden morgen vorbei an den Wasserbueffeln, die ganz der Natur entsprechend sich in den ueberflutenden Wasserreisfeldern tummeln, vorueber an dem grossen pinken Haus, in dem eine der nicht raren Thaifrauen von dem Geld ihres 6moatlichs einkehrenden Deutschen Mannes lebt, bi shin zu den Stelzen des Hauses meiner Lehrerin Ajan Sangwan, Rufname Dtem, und deren Mutter (ganz sicher bin ich nicht, Courage dem, der versucht, die hiesigen Familienverhaeltnisse zu entzwirbeln), um mit muehseliger Monoton-Arbeit Schritt fuer Schritt meinen ganz persoenlichen Pa Kama zu weben – die Art von buntkarrierten Stoffen, die jedermann zu aller Zeit um die Huefte traegt – sei es zum Duschen, auf dem Felde, in der Kuche, beim Spucken (das machen vorallem chinesisch Abstammige). Eine haertere Uebungszone fuer meine Geduld und meine Gelassenheit gegenueber diesen Momenten, in denen man merkt, dass man vor 23 Runden beim Faden-Wickelrad ein kleines, nichtiges Fehlerchen gemacht hat, und dann versucht, die unerschuetterlich seelige, gemaechliche Konsequentheit meiner Oma (ich nenne sie natuelrich Oma [yai], dass ist so eine typische Thai-Sache) ungekonnt nachzuahmen. Ganz gelassen –urgs- und ruhiiiiiig,.. und noch eine Runde, und wieder ein paar Minuten Arbeit.. aehae, macht uns gaaaar nichts aus, einfach Alles –wieder- aufzuwickeln und diese kleine Stelle.. krtsxtschabuetzrt. Ihr versteht vielleicht.
So weit steht es also mit. Und als Zeichen, dass es doch Wunder gibt, wird mir sogar die ausgesprochen zukurzgekommene Freude gegoennt, eine WEITERE Fahrt nach Grungtheomahanakon alias Stadt der Engel ergo Hauptstadt quasi BKK steht morgen an. Wo wir doch so enthaltsam waren!
Und mein Kulli verirrt sich noch immer ganz verwirrt so in der Mitte meines Jahres-Wochen-Countdowns, da meine Hand-Hirn-Koordiantion nicht so ganz in die Schaltkreise bekommt, dass ich lieber GANZ UNTEN ansetzen sollte. Denn es stehen dort nur noch 2 freie Kaestchen.
Und ich errinere mich noch bunt lebhaft an die Zeit, wo ich im ersten Monat so unendlich erfuellt war, wenn ich wieder eines dieser verfluchten 45 Haeckchen machen konnte (“und wieder ein stueckchen naeher am Ziel”), wie sich in der Mitte des Jahres die eher gelassene Einstellung bereitete, einerseits stolz auf seine erste Haelfte zu sein, und schon ganz energiegetankt auf die naechste zuging.
Und jetzt bin ich hier, am Ende.
Und der Strich laesst sich nur noch schwer und langsam diagonal ueber das Quadrat fuehren.
Oh, glaubt mir, nicht dass ich es nicht uebers Herz bringen wuerde, Thailand zu verlassen – es ist wohl das Los der Sorte AFSer, die sich in die eher krasseren Erfahrungen begeben, ab dem gewissen Zeitpunkt die Nase voll von seinem heissgeliebten Land zu haben – aber nun. Ich muss dann doch weg. Daab Song Kom, das Schwert hat zwei Schneiden. Da stehe ich und schaue zurueck und weiss, dass es nun zuende ist mit meiner Erfahrungszeit, dass ich nun entgueltig nie mehr Austauschschueler sein werde.
Aber vor mir weitet sich natuerlich die grandiose Ebene aus – Heimat! Ich schlage Purzelbaeume bei der Vorstellung von all den ‘First-Timers’ die ich erleben darf. Endlich. Endlich wieder ein schoenes Bad, ich meine: eine Badewanne! Endlich ein richtig sauberes Haus, ein Spaziergang am Wald, ein naechtlicher Fahrradbesuch bei Nic mit dem dazugehoerigen Rotwein.
Nach der Schule mit Freunden durch die Altstadt (alles sauber, alles geordnet, alles qualitaetsvoll. Eine Fussgaengerzone! Durchdachte Systeme!), um in einen Coffeeshop zu gehen. Deutsch zu sprechen; in meiner Gaensefederdecke schlafen. Kuehle Naechte, die mir wohl eisig kalt vorkommen werden.
Richtige Menschen, ich meine, .. Freunde, die selbststaendig denken, kreativ denken, Diskutieren!
Qualifizierten Unterricht! Sich melden duerfen, etwas interessantes lernen, mit dem Lehrer und der Klasse ins Gespraech kommen.
Sich einfach nur zureucklehnen koennen daheim, wissen, dass man rueckhaltsvoll und unbedingbar geliebt und akzeptiert wird –was bedeutet, dass man sich nicht staendig richtig benehmen und fuehren muss. Sich einfach gehen lassen, und auch mal sich selbst Fehler goennen (womit ich nur sagen will, dass wir Austauschschueler nun mal dazu verdammt sind, staendig ‘richtig’ zu handeln, weil wir die volle Verantowrtung fuer unser Verhalten tragen. Keiner wird uns helfen, wenn wir ungewollt vor den Kopf stossen [davon kann ich ein Lied singen]. Und nun, deine Gastfamilie wird es nicht einfach akzeptieren, dass du mal ein bisschen faul bist, den Teller nicht vorbildlich selbst spuelst, Computerbenutzen is sowieso eine ganz unbeliebte Sache bei Hosts…sprich: gerade bei Thais ist jede negative Kleingikeit Elefantengross, weil ja nicht drueber gesprochen wird; es wir gestaut und gestaut, und gelaestert und jeder denkt sich grummelnd seinen Part).
Jetzt fall ich wieder in den Nin-Dta-Teil, tratsche, maule, denke, bewerte, … und doch weiss ich eins –nur noch 18 Tage.
Denn am 20. Mai nach 1 Tag Bangkok-Camp gehts um 23:35 Ortszeit im nagelneuen Blinkblink Suwannabhurmi-Airport (wird witzigerweise nur Suvanaphum gesprochen) in den Flug LH 773 eingecheckt, und –da die Erde rund ist und es durch die Langengrade sogenannte Zeitzonen entstehen- am 21. um 5:35 steht ein kleiner Mensch mit viel Gepaeck am Francfurt International Aitport Drehscheibe Europa; 11 Stunden werden seit diesen zwei Momenten vergangen sein.
Aber jetzt wirds uninteressant.
Ich erlaube mir noch ein kleines PS und verschwinde von eurem Mattscheiben, auf Immerwohl und bis denne, klumps und arivederci, ¡hasta pronto! und สวัสดี
PS: Denkt nicht, es sei ein leichtes, fuer uns, nach Hause zu kommen. Gut vorbereitet von AFS und von eigenen Gedanken bedraengt, sind wir uns wohl bewusst, dass nun eine sehr schwere Zeit fuer uns folgt. Der sogenannte ‘Inverse Culutral Shock’ wird eintreten, und ich kann euch sagen, ich bin shcon einmal durhc einen durch, dass hat mir genuegt! Erweiternd stellt sich uns dann noch das Problem, selbst entfremdet zu sein, und genauso die anderen ‘anders’ wiederzufinden. Der Horizont hat sich erweitert, und was da hinten am Firmament flimmert, ma guns nun mehr locken, als der Garten hinterm Haus. Und so richtig Einblick, Verstaendniss und Interesse kann vll. doch –wie prophezeit- nur der Mitleidende und jemand, der auch durch dieses Jahr als Lehrling der Welt (hoch-hoch- und hochgestochen!) wandelte… blabla und bla, wir wardens ja sehen. Ich kann nur hoffen, dass Charlie dies mitliest und sich bereiterklaert, Gummibaerenbande-Banden zu knuepfen.
“Man kann sich ja nicht vierteilen!”
Also prosit
Telefonmann