oder 'In der Kuerze liegt die Wuerze und warum seine Augen und Finger uebermaessig anstrengen?"
Der Fluss der Zeit fliesst weiter, ohne dabei auf atemlose Geschoepfe Ruecksicht zu nehmen. Man ist sosehr damit beschaeftigt, sich seinen Weg auf diesem turbulenten, wechselhaftem Gewaesser zu bahnen, dass einem die Zeit fehlt, kurz innezuhalten und mal wieder nach hinten zu schauen; zu erkennen, wie geschickt man sich doch an einigen Stellen an gefaehrlichem Treibholz vorbeimanoevriert hat oder zu anderen Zeiten einzusehn, dass man sich die eine oder andere Schwimmpartie haette sparen koennen. Man lernt aus jedem Fehler, und wenn nicht, dann kommen diese immmer wieder zurueck, bis mann es letzten Endes doch versteht. Es sind jetzt nur noch 3 kleine, winzige Monate, und schon sitze ich in dem grossen blechernen Bauch eines Vogels, welcher zielgerichtet auf Kurs Heimat zufliegt. Es ist nun schon so gut wie zu Ende.. Die letzten ein einhalb Monate haben wieder faszinierende Erfahrungen mit sich gebracht. Nach dem meine Advisorin fuer Lena eine Gastfamilie fuer ihren Week Exchange gefunden hatte (bzw. hatte sich gar keine Suche ergeben, es war ja von vornherein offensichtlich), hab ich endich richtig Kontakt mit Changs Familie geknuepft. Chang ist der Junge (der einzige in einem weeeeiten Umkreis), der demnaechst –im Juni, um Korinthen zu kacken- mit AFS nach Deutschland faehrt; soll heissen, er ist einer der wenigen Previligierten, die das noetige Kleingeld mitbringen, um schonmal die Test und dann den gesamten Programmpreis zu bezahlen und der nebenbei noch sich durch die ganzen Schickanen von Tests und English-Eignungspruefungen scheusen konnte- auch hier nicht zuletzt eine Frage der Groschen im haeuslichen Sparbeutel, um die noetigen Einzelunterrichtsstunden zu bezahlen. Er wird nun also als einer der Wenigen aus seinem Provinznest und Thailand ueberhaupt herauskommen und auf frontalcrashende Weise zu spueren bekommen, dass die Welt doch ein bisschen Groesser ist, als was man hier so mitbekommt (ich zitiere nur nebenbei ”habt ihr in Deutschland Autos?”). Nun – Chang also ist Schueler der Klasse 5/1 (wobei ich glaube nie diese Selektier-Logik im Thai Schulsystem erlaeutert habe – bei jedem Jahrgang [1 bis 6, vergleichbar zu unseren 5-12] gibt es ungefaehr 11 ‘Tabs’, also Slashs ( / ), welche vor der 1. und nach der 3. Klasse ermittelt durch Tests ermittelt werden. Tab 1 besteht dann eben aus den besten, 11 aus den schlechtesten Schueler. Unnoetig zu erwaehnen, in welch ausgepraegter Weise sich dadurch ein Teufelskreis entwickeltet, da auch die schlechten Klassen leiber vernachlaessigt werden als die Guten), und wir sind schon deslaengeren befreundet. Es liegt mir gan automatisch besonders am Herzen, ihn aus seinen naiven Vorstellungen herauszuholen und ein bisschen vorzubereiten. In nun schon weit zurueckzuliegen scheindem Zeitraum bin ich also zum ersten Mal endlich auf die Einladung zu ihnen nach Hause eingegangen und es entwickelte sich eine recht lebhafte Beziehung. Ich habe bald darauf dann auch einen Lessonsplan erstellt und unterrichte nun Deutsch (das macht neben Lynn nun schon zwei, und ich finde, ich krieg den logischen Aufbau und das Lehren ganz ordentich hin). Ganz am aeusseren tellerrand bemerkt war die auch die Familie, zu de rich vor meiner Entscheidung, mit meiner Coordinatorin zu leben –welche ja zu diesem Zeitpunkt wirklich unglaublich lieb und nett war- haette ziehen sollen. Wir verstanden uns praechtig, die Familie ist –was hier leider recht selten anzutreffen ist- sehr gespraechig und warm; bald shcon ging ich jeden Tag nach der Schule dort hin, besonders mit dem Vater (Po Dtom) hatte ich ewig lange interessante Gespraeche –meistens natuerlich um das naheliegende Thema Deutschland. Alsbald machte sich Lena in ihrem entfernten Nordgestaden in die Socken, und der Weekexchange solte beginnen. Oho! Nicht so schnell, “zu frueh, lassen Sie doch och ein bisschen aus” sagte Heinz Erhardt, “da fehlt doch noch was” (Zitat aus der “Made”-Vorlesung). Nach vielem anstrengenden Hin und Her, vorallem aber “Hin” wie in “Hinter dem Ruecken” meiner Advisorin, mussten die –schon lange im Vorhinein genehmeigten, dann aber wieder hinterruecks und unter schadenfeinigen, fadenscheinigen Gruenden umgestuerztend- Plaene, Lena und mich zusammen mit meiner Klasse (5/2) auf die Kao Yai-Fahrt zu lassen, geaendert werden und auf Grund “der grossen Gefahr fuer ein Maedchen, in den Wald zu gehen” (ganz unbedacht der anderen 60 Kinder, die ebenfalls hingehen) gelangte ich also alleine mit meinen Freunden in den Nationalpark Kao Yai. Ewige Wurzeln, gigantischew Baeume, nicht gesichtete Tiger, Elefanten, dafuer umso mehr faszionierende Voegel mit seltsamen Gefieder und exotischen Schnaebeln; 2 Tage zelten, begleitet von Waldhuetern, sehr witzigen Exemplaren dazu, und allerhand Aktivitaten mittem im richtigen Dschungel. Nun hab ich mir also auch den Kindertraum erfuellen koennen, diesen Regenwald, mit all sienen wilden Orchideen, Tieren, und eben einem einzigen Gruenen Geflecht aus Lianen, Zweigen und 5-Meter-Durchmesser-Staemmen. Die Hin- und Rueckfahrt selbst entwickelte sich zu einer wahren Fiesta, und es ist schade, dass wir in Deutschland nicht ganz so einfach drauf los sind. Da holt Obb und Nim mal die Gitarre und die Trommel raus , da tanzt und singt schon das ganze Song-Taeo (diese Art umgebauter Pickup mit Baenken auf der Ladeflaeche, die uns als Vehikel dienten). Wieder zurueck folgte also Lena’s Weekexchange bei mir, nicht ganz so reibungslos (da sie kurz davor Familie gewechselt hatte und sich nur schwer damit abfand) von seinen Statten life, aber trotzdem wunderschoen war; einfahc nur, weil ich auch oefters bei ihnen geschlafne hatte, ihnen, die ich schon damals ‘meine neue Familie’ fuer mich selbst nannte, dad as, was sich in meiner wirklichen Gastfamilie abspielte, keinesfalls als familiaerer Zusammenhalt bezeichnet werden konnte. Meine Gastmutter –anfangs bester Freund- und Hauptakteur in dem, was fuer mich die Gastfamilie bedeutete, hatte sich eingebildet, mich unbedingt hassen zu muessen – und wenn nicht das, dann auf jedem Fall absolut wuerdelos und giftig-noerglerisch bei jedem Schritt und Tritt meiner Seits zu sein. Egal was ich machte, es war immer schlecht, wie auch ihre ganze Welt anscheinend aus einem einzigen schwarzen Dunst bestehen zu scheint – meine Advisorin und Ajan Arunocha (Head of Department) erklaerten mit, sie sei nun mal eine (gelinde und nach den Thaiformeln der aufgezwungenen Hoeflichkeit ausgedrueckt) negative Frau, was auch der Grund fuer ihre exzentrische Zufluchtssuche und Ausuebung beim Wat Dammagei sei.. WIr fhren waehrend Lenas Weekexcahgen viel Bpai Tiau, auch zu Wat Prano Rung, einem anderen grossen Khmerkomplex in Thaiand (Isaan), allerdings weniger schoen als Pi Mai. Nun fehlt auf meienr kurzen Liste der geschichtlichen Sehenswuerdigkeiten nur noch die erste Hauptstadt Sukothai. Die letzten drei Tage ihres Aufenthalts gingen wir dann auf das Boyscout-Camp meiner Schule, jeweils in den adretten Uniformen des “Tigersohns” und der “Nae-narii” (dem weiblichen Gegenstueck zu den Schulpfadfindern, denen alle Stufe 1-3 Schueler angehoeren) kostuemiert. Es wurde viel von den Campleitern (auf einem ilitarbasis-Stuetzpunkt) geschrien, wir wurden unterdrueckt, herumgeschubst, zu Kniebeugen und Liegestuezten gezwungen, aber lernten somit wenigstens wahres Mitleid fuer meine Brueder, welche doch zur Bundeswehr mussten. Einmal, es war eine Erfahrung, aber nie wieder! Ich waere diesem eingebildeten, grobschlaechtigen Rummotzer von Offiziertsmuetze am liebsten an den Hals gefahren fuer sein unwuerdiges und respektloses Verhalten und uns alen anderen Individuen gegenueber. Meinen kleinen Thai-Kameraden schien es dagegen nicht gross etwas auszumachen, sachliesslich sind sie ja schon seit jeher Sichunterordnen und auf die sinnlosen Befehle der Lehrer und deren Drill gewoehnt. Welch eine Welt, in der wie leben.. 2 kleine Tage wurden mir gegoennt, um einigermassen wieder zur Ruhe zu finden. Kurz Atem schoepfen und normal zur Schule gehen, um dann Lena nach Lampang zu folgen, dort 4 Tage bei meiner damaligen Week-Exchangefamily zu vebringen, auf die Royal Flora-Weltexpo gebracht zu werden und dann, fluchs die bux (nicht ohne vorher die krasse, aber lehrreiche Erfahrung zu machen, dass Freundschaften in ernsten Gespraechen und ohne verstaendichen Grund als “Es hat keinen Zweck mehr” nicht nur Film gekuendigt werden koennen) nach Chiang Mai, zum AFS-Midstay-Camp. Das Camp – war ein weiterer Meilenstein, und hat mir faszinierende, nachdruecklich wirkende Erfahrungen bescheert. Wir hatten Spass, waren wieder ale zusammen in unserem Internationalen Freundeskreis, sprache wieder alle Sprachen durcheinander, gingen Bpai Tiau und lernten die Nordkultur kennen. Ich ganz personehlich hatte ein unerwarteten Gaumenschmauss inclusive Zimmerbesichtigung (wir sind ja alle “Tourenmanager”, nicht wahr..) im Thailands Hotel Nr. 2, dem neuen, absolut luxurioesen und wunderbaren Chedi-Hotel, traf einige echte Berkvoelker-Menschen (wo die eine Oma nicht mal Thai konnte, sondern nur Lisu, ihren Stammesdialekt,sodas eine neugemachte Freundin auf dem Markt dolmetschen musste) und entdeckte Chiang-Mai fuer mich selbst als (fuer Thai-Verhaeltnisse) wirklich schoene Stadt, besonders reich an Kultur und Handwerk. Tief durchatmen, geniessen und schon ging es wieder nach Hause. Kaum ein Tag wider in der Schule, schwer krank durch uebermuedung –wer moechte seine kostbare und knapp bemessene Zeit mit Freunden auf so einem Camp schon mit Schlafen verschwenden?-, offenbart mir meine Advisorin, sie haben alle zusammen den Entschluss gefasst, ich solle wieder die Familie wechseln. Ich bin darueber nicht traurig, hat sich doch ‘zuhause’ die Situation zu so einer Zweckgegmeinschaft entwickelt, in der ich zwar viel Freiheit geniesse und dadurch viel Zeit mit anderen Menschen verbringen konnte, allerdings nur deshalb, weil es meiner Mutter nicht wichtig oder sogar gelene kommt, wenn ich nicht daheim bin schade, schade, aber was sollte Unsereiner da machen, haben doch alle versichert, es laege an meiner (wirklich traurigen) Mutter. Traurig in dem Sinne, dass sie nicht weiss, was Liebe heist, nicht weiss, wie man laechelt und nur sich (ich kann nicht behaupten, dass sie ihre richtige Familie nicht liebt, auf jeden Fall zeigt sie es nicht). So sagte ich Sonntag: Oke, I’m out of here”, packte meine mitlerweile schon weitaus zu schweren 40 Kg (relaubt sind auf de Fgugzeug 20) und lebe nun seit bald einer Woche in dieser wunderbaren Familie, die staendig miteinander spricht, teile mir mit meinem Bruder das Zimmer, was sehr wiozig ist, und jaja… In ein paar Wochen beginnen die langen Ferien, wir werden uns zum Moerder machen und Zeit totschlagen; grosse Bedenken habe ich aber nicht, einer von 2 einhalb Monaten ist schon verbucht, da waeren Phuket, Independent Travel mit Freunden (Paul, Anna und Milena – Bankgok, Deutsche –Anna die einzige Oestereicherin und ganz besondere Charaktere; auf jeden Fall endlich mal wieder welche, die sich auch fuer Kunst und alles andere interessieren). SO siehts aus. Ihr werdet euch geangweilt haben, ich bin aber ganz furchtbar platt von diesem hoellischen chinesischen Hustensaft, auf dessen Packung auch sthet, dass er einen muede macht – wer haette erwartet, wie sehr das stimmt! Ich melde mich bald noch mal zu schwarzen Lettern, aber entschudligt.. ich kann einfahc nicht mehr! Ja, das waren alles sehr gewichtige Informationen, wenn auch nicht besoders einleutend ruebergebracht, die eindeutig ohne Widerrede naeher behandelt werden muessen. Meine letzte Kraft, di letzten paar noch beweglichen Synapsen in meinem verschlafenem Gehirn werde ich nun verwenden, um zu berichten, dass ich nun –meine neue, erste richtige FAMILIE [tatsaechlich sind sie die ersten, die den Begriff verdienen. Und da sin des nur noch 3 Monate. tsts] ist reich- Internet in meinem/unserem Zimmer haben was mir ermoeglicht, was ich auch ausnutzen moechte, flexibel Skype zu nutzen. Fuer alle lieben Freunde und Mitmenschen moecht ich nun also meinen Slypenamen preisgeben: valentinschmehl , wer haette es gedacht! Zurueckgesunken, kraftlos und bald tot, drehe ich mich einmal im Kreis auf meinem Stuhl, tippe mit allerletzter, nun wirklich magerer Kraft folgenden Gruss auf die Tasten der Tastatur des Computers der Familie der Organisation AFS des Tinos in Thailand: Lebet wohl. Ich spreche euch bald. Macht euch keine Uebermaessigen Sorgen und seid mir nicht boese, ich habe keinen von euch vergessen und denke an euch wahrscheinlich oefters als ihr an mich. Gehabt euch wohl und es lebe der Crunch! (Jeder, zu denen sich wohl die meisten unter euch zaehlen muessen, der keinen Blick in mein Tagebuch geworfen hat und folglich nicht das Etticket von Lenas Pausenapfel auf Seite 43 zu Geischt bekommen hat, wird Probleme haben, letzteren Wahlspruch zu verstehen >>Royal Gala 4173 Le Crunch<< “Im Schlosse von Aaaaaaaaaaaa” - er muss wohl gestorben sein, waehrend er dies schrieb!