Samstag, Januar 06, 2007

Es Weihnachtet verhaeltnissmaessig wenig

Back to life.
So fuehlt man sich nach all diesen ruhelosen Dezembertagen, nach Reisen, erleben, Weihnachten, Neujahr.. nach dem Meilenstein auf meinem AFS-Weg “Sie haben die Haelfte ihres Aufenthalts erreicht. Wenn moeglich, nicht wenden!” So steh ich nun hier, ich armes Kind, und bin blockiert zwischen Thai, Kulturen und Rind. Obwohl das Rind hier ja eher in Form des Wasserbueffel zu Tage tritt. Nebenbei bemerkt hab ich schon meinen ersten Versuch hinter mir, eines dieser Monstren zu besteigen. Er schlug fehl, aufgrund des Tieres, dass da wohl etwas andere Vorstellungen vom “Lass den Tino doch mal bitte reiten” hatte…

Wenn ich mich in eure Situation versetze, und mir ueberlege, was in euren kleinen Koepfchen in der Abteilung “Tino – in Thailand” am presentesten ist, so sehe ich da vorallem eins – ganz am Rande auch die Frage, die mich im Bezug auf all meine AFS-Freunde um den ganzen Globus (Clem in Paraguay, Charlie in Suedafrika [die unerwartete Neujahrs-Karte hat mich wirklich in die Stuation gebracht, daran zu denken: ‘Was fuer eine Gnade wurde mir zuteil, dies hier zu machen und Dinge zu erlebn, die ich im nachhinein mit all diesen fasziniernden Menschen –jedweder Nation- teilen darf!’]) bedraengt – Wie zum Buddha sieht denn nun ein solch einschlagender Tag (seine volle Wucht und Kapazitaet hab ich jetzt erkannt und zu spueren bekommen..) in all diesen fremden Laendern, weit ab von seinen Liebsten, aus. Spannende Sache, ich moechte nun meinen Teil dazu beitragen und von meinem thailaendischen Weihnachten das verhuellende Tuch des Schweigens nehmen..

Nehmen wir nun den Faden der Erzaehlung des letzten Bloggs wieder auf.
>>Nachdem sich die ersten 2 Dezemberwochen mit kleinen Gedanken an dies und das dahin zogen, nachdem ein Adventskranz erstellt wurde und die Proben mit meinen Ballarina-Engeln aufgenommen wurden, belaestigte mich Gevater Stress. Weit ab von jeglicher Weihnachtsbesinnlichkeit oder ueberhaupt der Presents eines tiefgreifenderem Interesse an diesem Globalen Ereigniss (was ja nun die buddhisten [95% der Thais also] wirklich nicht affektiert) als “Plastikbaum im Supermarkt” und “seinen Freunden am Weihachtstag (“wann war das nochmal..”) ein paar Suessigkeiten bringen” (keiner weiss hier ueber den Grund und die damit verbundenen Ideale und Traditionen des Christmas bescheid. (Lassen wir die Aussage zu der Frage im Unterricht “Was bedeutet Weihnachten?” –‘Give-me-more-Presents’ bei dieser Erklaerung ausser Acht)..
ganz ehrlich, Woher auch? Wissen wir, was Makha Puja-Day oder Wesak bedeutet?!

Weiter – da wir hier als westliche Ausgeburten zu 5t an der Front stehen - bereit, sich fuer die Naeherbringung unserer Kultur in die Schlaflosigkeit des selbstbescheerten Weihachtsstresses zu werfen- teilten wir also die Aufgaben unter uns auf. Wir hatten vor, diese eine Chance, den Kindern hier zu zeigen, was jedes Jahr ueber jede Nation verteilt fuer so viel Aufbrausen sorgt (ich moechte bemerken, dass auch die Phillipinen als von den Spaniern indoktriniertes Land Weihnachten zelebrieren und das auch in Bankgok an jeder Ecke und in jeder Mall geschmueckte Baueme, Dekorationen und Musik wahrzunehmen war). Von unseren Mitarbeitern im English-Department war da nicht viel Hilfe zu erwarten.
Von Ajan Arunocha (Head of English Department) wurde lediglich der Auftrag erteilt: am 26. moechten wir eine Christmas-Celebration haben, also organisiert Spiele, Aktivitaeten und Auffuehrungen..
Unser Wunsch, die Thailehrer doch wenigstens soweit einzubinden, dass sie in dem Play “Christmas Today” mit dem gesamten Department und ein paar Schuelern im Chor singen, zerschellte an dem dezenten, schluepfrigen Herauswinden. Sooo standen wir wieder alleine da.
Ich fuer meine Teil (im Bezug auf die Schulaktivietaet) probte sodann jeden Nachmittag nach der Schule bis um 17:00 mit der zusammengetrommelten Gruppe von Maedels (teils 5/1, teils 3/1 *)
die Szene in dem Nativity-Play, wo die Engel den Schaefern auf den Feldern erscheinen.
Nebenbei musste unsere wirkliche Weihnachts-Zusammenkunft am 24. organisiert werden, was natuerlich, wenn man die jungspuntigkeit und das ‘jojo, schaun wa mal”Benehmen von Brian,Jenny und Jo-Ann bedenkt, Lynne (naturliech wuerde es in ihrem Haus stattfinden), und mir, fuer den ja eigtnlich der ganze Trubel gemacht wurde, da jeder wollte, dass ich trotz allem doch noch etwas Liebe bekam, zuteil kam…

Zu den Engeln muss ich sagen, dass es wirklich ein tolles Projekt war. Wie sich diese Maedchen entwickelten und sich dieser voellig Fremden Bewegungsmoeglichkeit annaeherten. Und sie setzen sich wirlich dran und Probten und lernten schnell – ich war richtig stolz auf meine Gruppe. 11 Maedles, davon 3 Schaefer und 8 Engel, mit der “Morgenstimmung” von Grieg (ich hatte ja zum Glueck die Jungelkind-CD dabei), tanzen Ballett. Es war wirklich ein gemeinschaftlicher Erfolg, und wir profitierten alle davon.
Da ich also, Lynn war durch ihre Plays voellig ausgelastet, ja irgendwie eine Weihnachtsfeier organisieren musste (jetzt weiss ich, wie Maman sich bei unseren Weinachten fuehlen muss), fuer das Wochende vom 23.-25. das gesamte Menue festlegen musste, blieb keine Zeit mehr fuer was anderes. Und dann muss ich natuerlich noch dezent anhaengen, dass ja auch diese Weihnachtsemails und der Kontakt zur Aussenwelt getragen werde musste. Alles in allem, ihr koennt euch vorstellen, wie rot meine Augen von Uebermuedigkeit gewesen sind, ohne dabei von irgendjemanden –nicht meiner Host-Familie etc.- Hilfestellung oder Einmischungen/Interesse zu bekommen. Wir tragen es mit Vernunft!

Der 23. War also angeruckt. Samstag, frueh morgens. Schwingen wir uns auf unser Fahrrad und versuchen, auf dem, was man hier allgemein “Strassen” nennt (persoenlich spricht mir der Ausdruck “Loecherlabyrinth” eher zu), eine 10 Kilo schwere Riesentuete zu Lynns Haus 5 Strassen weiter zu transportieren. Im Gepaeck befanden sich 2 schon vorbereitete Teige, all meine Buecher, CD’s, alles was ich an Weihnachtsstimmung und dessen Beiwerk auftreiben konnte, meine feinen, aus “Ueberland” (ich sage nicht Uebersee, wir sind ja ausser ueber das Schwarze Meer nur ueber Land hierher geflogen) zu mir gekommene Geschenke und natuerlich noch das ganze Mehl, Zucker und andere Backutensilien. Denn wie ihr euch nun denken koennt: ‘Kein Festtag ohne Baeckerei und Kleckerei’ hiess dieses Jahr mein Wahlspruch! Sogar hierzulande ist es also nachweislich und aus Erfahrung moeglich, Kekse zu backen.. Den ganzen Morgen hatte ich meine Freude zwischen Mehl und Milch, zwischen Markt und Baeckerei meines Ex-Onkels, nach wie vor gute Verbindung, und am Ende des Tages, nachdem alle Gleichgesinnten -sprich Fallangs- zusammengekommen waren, stand ich vor einem Berg von Vanillekipferln, Muerbekringeln, Orangensternen, Apfelkrumbels..
Lasst mich noch kurz aus der Keksdose ein paar Erfahrungen verspruehen – beim Backen (daher ging ich ja zu meiner Tante und meinem Onkel, in Thailand gibts ja sonst keine Oefen..) hatte ich eine riesen Gaudi, wenn ihr mir den Ausdruck erlaubt. Das Herz bluehte auf, als ich meinem Onkel zusah, wie er sich einen Spass daraus machte, aus meinem Plaetzchenteig einen Muffin-Mann auszuschneiden und ihm mit meinen Drops noch Knoepfe zu verleihen (am Anfang war er noch seeehr skeptisch, schiesslich kommt sowas “FreinachderNase”Machen hier im Alle-haben-Gleich-zu-sein-Thailand nicht oft vor. So waren auch seine Schoenheitsideale fuer das perfekte Weihn.-Konfekt ganz andere als meine – geometrisch und einheitlich perfekt, alle ein-wie-das-andere und schoen ohne Kanten und Krotzen). Ach, und Lucies (wahrscheinlich nur aus Deko) mitgeschickten Haselnuesse waren fuer meine Tante und meinen Onkel (wohlgemerkt Baecker!) eine ganz ausserordentlich faszinierede Angelegenheit. Tatsaechlich hatten sie noch nie Haselnuesse gegessen oder gesehen, und meine Tante war ganz fasziniert von dem Geschmack.. auch wenn sie mich gefragt hat, ob sie denn “gekocht” sein.. hihi

ich war also nicht faul.
Aber auch die anderen hatten so ihren Teil beigetragen. Nach meiner und Lynns Anleitung kamen alle Zutaten fuer die kommnden Gerichte zusammen, und tatsaechlich hatten wir Brennholz organisieren koennen.. so wurde es ein wunderschoener Vor-Weihnachtsabend im engsten 6er-Kreise (Lynn, Tino, Brian [USA, Visconsin], Jenny, Jo-Ann [Fillip.] und Lynns Freundin Dani [‘Daniela’, Italienisch-Australisch, eine Art astrologisch-interessierte Chantal]). Gluehwein, gutes Essen, Unterhaltung, am Feuer sitzen..
Der 24. brach an, und ich war der erste, der unter seiner warmen Decke (in Wirklichkeit sind des 7 duenne Decken gewesen..) schluepfte, sich in die Kaelte des Morgens begab (das Haus war eisig, weshalb ich mich auch mit Lynns Himalya-Jacke verschoenerte), dei Treppe hinunterschlich, und.. siehe da! An dem Palmenzweig, der unsere Nordmanntanne ersetzen sollte, hing eine Nikolaussocke, schwer und Geschenkeschwanger, dass ich so grosses Mitleid bekam, mich ihrer erbarmte, und ihr die suesse Last entnahm. Die 2 Damen hatten mich schon oben erwartet, und im Kerzenschein und bei der Musik von Claude Challe ‘Buddha-Bar’ schluepften eine faszinierende Kleingkeit nach der Anderen aus dem schmueckenden Papier. Hauptsaechlich waren es natuerlich Lynns Geschenke, erlesene Kostbarkeiten aus aller Herrenlaender, und Omas und Mames Zuwendungen.. eine so schoene Laterne habe ich im Leben noch nicht gesehen, und auch alle anderen sind neidisch!
Der 24., der bei euch mit so viel Waerme, Glanz und Froehlichkeit zelebriert wurde, ergab sich fuer mich als gefuehlstraechtigen Tag, in dem man zwischen Abenteuerlust und den eigenem kulturellen Herzenshintergrund gefangen war, und an dem ich mich von der gesamten Thaikultur abgestossen fuehlte.. aber er fing gut an, wir hatten Crepes! ;)
Also – der 24. Ja, der 24. … Nachmittags wollten wir natuerlich noch die Thais einbinden, es stand ja nicht in unserer Absicht, uns als Fremden-Pack abzugrenzen (obwohl man es fuer diesen besonderen Tag eigentlich schon verstehen koennte..). Nachdem wir einige Pobleme mit der Einladung der Gaeste, sprich alle Leherer aus dem English-Department + Angehoerige, ueberstanden hatten (wir hingen einen Einladungs-Zettel ans Board, mit der ausdruecklichen Bitte, dies als eine persoenliche Einladung zu nehmen; allerdings ist es fuer Thais unmoeglich, zu kommen, wenn der Gastgeber nicht personelich zu einem kommt bzw.: Die Nachricht des Nachmittags-Weihnachtsessen konnte sich nicht verbreiten, da keiner ‘andere auf eine Feier eines anderen Gastgebers einladen' kann.. das Ende der Verzwickung war dann, dass ich zum Glueck von diesem Missstand Wind bekommen hatte und so –als Lynns Stellvertreter- alle foermlich und protokollgerecht persoenlich einlud), trudelten also gegen 15:00 die meisten ein(die Einladung lautete eigentlich 14:00, aber ganz in Charlies Sinne ‘Der einzige puenktliche Thai heisst Taifuun’), begann fuer uns ‘Gastgeber’ eine Hetzjagd und ein foermlicher Kochmarathon. Waehrend Jenny und Lynn sich in der Kueche so schnell wie moeglich um die ganze Verkoestigung sorgten (wir hatten ein recht raffiniertes Menue zusammengestellt, so weit dies unsere eingeschraenkten Moeglichkeiten erlaubten), musste ich die Gesellschaft draussen unterhalten und fuer deren Wohl sorgen; natuerlich war es fuer unsere kulturell anders orientierten Mitgaeste unmoeglich, bei den Vorbereitungen zu helfen. Bei jedem Schritt in diesem Jahr erlebt man doch, wie extrem sich die Horizonte und Werte von Menschen andere Erdteile unterscheiden…
Ich kann es mir –vll. zu eurem Leidwesen- nicht verkneifen, doch noch einige Koestlichkeiten unseres Banketts in From 'Schwarz auf Weiss' fallen zu lassen. Aus Platzgruenden und unzureichender Ausstattung in Lynns Haus assen wir draussen auf Matten (die ich nebenbei jetzt selbst herstellen kann), und bedienten uns (das heisst, ‘wir’ Fallangs, meine Lehrer hatten dazu nicht die noetige Flexibilitaet in der Vorstellung, was sich gehoert) anstatt Teller Bananenblaetter. Alles bestens;
Zu Tisch gesellten sich dann ein Weihnachtshuhn (eine Gans oder Truthan waren nicht aufzutreiben), dem notduerftig (erneut kein Ofen, selbstverstaendlich) mit Alufolie und dem elektr. Wok zu dem gewuenschten Aussehen und [excellenten] Geschmack verholfen wurde. Dann kam noch Honigkuerbis mit Brokolie und Nuessen zu Besuch (Lynns eigene Kreation), und neben einigen vielen Kleinigkeiten schauten letztendlich auch noch Bananen-Kustard, Bruder Fruechtesalat (sogar Erdbeeren konnten wir auftreiben) und Vaeterchen Gluehwein vorbei. Haetten sie wohl lieber nicht tuen sollen, sie alle endeten in unseren Maegen..
Erfreulich aber war die gemeinsame Runde und sehr gluecklich stimmte mich die Bereitwilligkeit besonders Ajan Arunocha’s (welche ja schon gereist ist, was einen erheblichen Unterschied macht), alles mal auszurpobieren. So brach sie sogar mit der Regel “Frauen trinken keinen Alkohol” und probierte von unserem roten, warmen Zaubertrank. Resuemierend ergab sich also ein grosser Erfolg..
Abrundend schmerzte mich der Umstand dann auch nicht uebermaessig, dass (wie ja vorherzusehen) meine Mutter sich mal wieder aus der Einladung herausgewunden hatte und nicht erschien. Was soll ich machen? Sie gab zwar vor ‘unbedingt ihre Freunndin besuchen zu muessen’, blieb aber, wie sich mir im Nachhinein nicht unerwartet offenbarte, den ganzen Tag Nichts tuend daheim.
Den 24. blieb ich dann, trotz meines Nichterwartens einer Erteilung der Erlaubniss von Seiten Mutterns noch eine Nacht bei Lynn. Doch auch hier hiess es wieder, kulturell offen an die Sache ranzugehen, und so ergab sich, dass das –mag es bei uns auch als Ungehoerig fuer einen Schueler gelten, unter der Woche oder vor Schultagen ausser Haus zu uebernachten- hier in Thailand, auf jeden Fall aber in unserem Haushalt, kein Problem darstellt.
Es wurde wieder ein sehr schoener, gemuetlicher Abend mit der einzigen Person im Umkreis, von der ich wirklich Liebe erwarten kann, bzw. sie mich diese so verspueren laesst, wie ich es verstehe.
Um nun diese Erfahrung abzurunden, sei soviel zu Weihnachten gesagt: Ich habe jetzt Voll und Ganz begriffen (‘ich habe meine Lektion gelernt’:), dass dieser Tag, wo auch immer ich seien mag, ein wirklich besonderer Tag ist. Wie sehr man auch imemr versucht, nicht daran zu denken, es holt einen doch immer wieder ein. Man spuert –auch in einem solchen Land, in dem er doch keine Bedeutung hat- einfach, dass es kein normaler Tag ist. Ich erzaehle euch ganz offen, dass der eine oder andere Tropfen ganz unnwillkuerlich und offenbar ohne gedanklichen Grund sich von meiner Traenendruese verabschiete. Ich habe in solchen Momenten nie direkt an ‘zuhause’ gedacht, aber.. wie soll ich es besser fomulieren als – es ist eben, und das spuert man ganz tief in seinem Herzen, kein normaler Tag. Heilige Nacht.

Doch diese ganze Erfahrung des ‘First Noel’ (..ausserhalb des Heimes) war noch nicht zu Ende. Da folgten noch der 25., fuer all meine Leidensgenossen der eigentliche Weihnachtstag, an dem wir alle in die Schule mussten. Ja, ich kann es schon nachvollziehen, dass es fuer sie eine seltsame und missstimmende Sache sein muss, am wichtigsten Festtag des Jahres arbeiten zu muessen.
Auch mir brachte dieser Schultag eine Graue Wolke in den Sinn. Ich fuehlte mich beim Anblick und in der Gegenwart all dieser ‘Fremden’, die fuer mein Empfinden ein absolutes Leck an Einfuehlsamkeit hatten, absolut fehl am Platz. Selbstverstaendlich konnten meine Freunde meine melancholischen Gefuehle an diesem Tag nicht nachvollziehen, zumal sie ja noch tatsaechlich glaubten, der eigentliche Weihnachtstag sei erst am 26., weil da die Schulveranstaltung fuer Christmas stattfand…vergeben, vergessen, ich waere gegenueber einem Thai-AFSer in Deutschland auch nicht der beste Freund gewesen, zB. an Songkran Day..

Der 26. verlief gut. Wir hatten zwar erheblichen Stress, ganz alleine dieses Riesen Event zu koordinieren, aber es brachte mir Stolz auf meine Maedels, da sie ihre Sache so gut machten. So ging am Abend des 26., an dem ich erschoepft sogar noch frueher als gewoehnlich 20 Uhr ins Bett fiel, die 6. Jahreszeit (bekommt ihr sie zusammen?) zu Ende, in einem Land in dem es von Grundauf eigentlich nur 3 gibt.

Den Anschluss machte ein Schultrip nach Pi-Mai, zu dem mir Ajan Arunocha verhalf. Pi-Mai wird oft als das “kleine Angkor Wat” gelobt, und hat trotz seiner kleinen Groesse [ ;) ] die Pracht und die Glorie vergangener Zeiten, alles getaucht in die Schlichtheit der Formen. Unbedachte Tuerfluten reihen sich, allesamt aus behauenem, schwerem Stein, den die Zeit nichts anhaben zu scheint als ihn noch erwuerdiger erscheinen zu lassen; Mythologische Szenen aus einer Zeit, in dem die Welt des Ostens und das Reich der untergehenden Sonne noch nicht in Beruehrung gekommen waren…

Jo. Die folgenden 3 Tage, bis zum 30., waren an der Schule Testwoche, soddass ich frei bekam und die Gelgenheit nutzte, mit Lynn ein bisschen aus dem stillen Isaan-Nezt auszubrechen. Sie nahm mich mit nach Kalassin, einer Provinzhauptstadtstadt am oestlichen Grenzufer des Mekongs - eine Stadt, die vorallem durch ihre direkte Naehe zur Laotischen Nachbargemeinde auf der anderen Seite gekennzeichnet ist. Ein wuselnder Markt mit Silberprodukten, Seide, Strassenhaednlern und einem interessanten Idianisch-Thai-Teeverkaeufer..
Die Reise war vorallem dazu gedacht, 1. Chilli zu chippen [damit diese nach Europa eingeflogen werden kann] und 2. Lynns alte Freunde in ihrem ehemaligen Dorf zu besuchen. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich offenherzig und freundlich die Menschen aus der Stadt [obwohl man auf en ersten Eindruck Phu-Khieo wirklich nicht als eine 'City' erkennen wuerde, aber es waechst rasant!] und die wirlichen Isaa-Aner in den Doerfern sind… zum Glueck komme ich auch bei mir mit allen Facetten der Gesellschaft zusammen, da es bei mir 100 meter ausserhalb der ‘Stadt’ ueber Kilometer nur ein Gebilde aus verschiedenen Doerfern ist. Auf der Rueckfahrt blieben wir dann in Khon-Kaen –groessste Stadt im Isaan und in der Achse Bangkok-Chiang Mai-Khon Kaen – um einiges zu erledigen. “Erstaunlich fuer mich war, dass..” wir, ganz nach Lynns Reiseerfahrung und dem Rest Anspruch auf Luxus, den sie aus dem Leben vor Ivi’s Tod (ihrem Sohn, entschuldigt die Indeskretheit) mitgebracht hat, im ‘Sofitel’, einem deutschstammigen Nobelhotel, Halt machten und uns mit oestlich-westlichem Stilleben und Service berieseln liessen.
So laesst’s sich’s leben, “von Zeit zu Zeit braucht man so was”, so Lynn bei der Tasse Creation de Café au Noix.

Neujahr: den 31., meine Mutter und Schwester waren selbstverstaendlich zum Wat Dammagei ausgeflogen, um ihren Zwang nach einem spirituell-unterwuerfigen Leben nachzugeben, verbrachte ich, gluecklich und erleichtert, trotz allem leicht kraenklich, bei meiner Freundin Miu, das heisst – auf der Farm ihrer Grossmutter.
Neujahr hier in Thailand ist ein mittelmaessig wichtiges Fest. Feuerwerk etc. spielen keine Rolle, es ist eigentlich nur die Zeit, in der alle Familienangehoerigen zusammenkommen, 3 Tage lang einen Fressmarathon abhalten,dann noch mit kleinen Geschenken von Freund zu Freund wandern (bloss keinen auslassen, das waere eine ewig unterschwellig brodelnde Beleidigung), sich ein Neues Jahr wuenschen ("Sawaat-Di Bpi-Mai"). Ich erlebte so also mal wieder das richtig einfache Leben, wir schliefen in den Strohhuetten auf dem Feld, ritten Kuehe, Fischten im Wasser-Tung, ernteten und schnitten Kokosnuesse etc. Den Countdown hab ich durch meine Erkaeltung und Ermattung leider verschlafen (wie ich spaeter erfuhr, versuchte meine Freundin verzweifelt, mich wach zubekommen), bereuen tu ich’s nicht, ich hatte denn besten Schlaf seit.. ja, seit wann?
Es ist ein tolles, friedenbringendes Gefuehl, wenn du morgens ausgeschlafen um 5:30 aufwachst, geweckt von ein paar Haehnen in der Naehe, ueber dir der wunderbarste Sonnenaufgang mit Schaefchenwolken, den du dir mit deinem kleinen Herzen wuenschen kannst. Du siehst dich um, und denkst dir “wie zum Buddha bin ich hier auf dieses Reisfeld gelangt”, drehst dich um, und neben dir (auf der Art blaetterueberdachten,niedrigen Tisch, den du ueberall als Feldarbeiter-Unterschhlupf findest) die Grossmutter deiner Freundinn schlafend liegt, die ohne Dank zu erwarten bei dir auf dem Feld bleibt, um ueber dich im Schlaf zu wachen..jaja, da lacht das Herz.

Nun gut, so siehts bei mir aus. Und bei euch?
Ich bitte euch, gehabt euch wohl –
>> Das ich reizend bin, Harriet, reicht nicht aus, um mich zum Heiraten zu veranlassen; ich muesste dazu auch andere Leute reizend finden, oder zumindesten einen anderen Menschen. Ich werde nicht nur gegenwaertig nciht heiraten, sondern ich ahbe ueberhaupt nicht die Absicht, es zu tun!<<

Und waehrend wir uns unter Bauemen tummeln und nach Elfen suchen, vergesst nicht, dass alles eine Illusion ist. Wenn ihr die Augen zumacht, ist da nichts von der euch umtrubelnden Welt, als euer Herzschlag und euere Entitaet..

Ich fange an zu fantasieren,
Geschwind ans Zeichenbrett, solch ein Zustand laesst nicht auf sich warten!

Mit dem Herz in der Hand und einem fuer euch bestimmten Laecheln
Bis demnaechst

Mitmensch Tino

1 Comments:

Anonymous Anonym said...

Erneut "Hallo ferner Tino"!

Schon wieder saß ich gebannt vor dem Bildschirm und habe mir deine Erlebnisse durchgelesen.
Ein absurder Gedanke, dich so fern zu wissen, in einem Land in dem Weihnachten nebensächlich, wenn überhaupt present ist... Schließlich könnte man meinen, die Liebe, die doch bei Weihnachten im mittelpunkt steht, wäre an diesen Tagen in aller Welt vertreten, schließlich feiern auch die meisten Atheisten dieses Fest.
Also musste ich mich beim lesen wieder dabei ertappen, dass ich die Unterschiede dieser beiden Kulturen unterschätzt habe...

Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.

LG
Anne

13:14  

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