Donnerstag, April 05, 2007

Das Wat-Fragment. Xerox eins bis Fragnolia eins.

Bricht morgen sicher wieder irgendwo eine Art Licht heraus, wenn auch nicht unbedingt das unserer guten, alten Sonne (wer weiss, was alles in den naechsten Stunden interstellar oder schlichtweg mit dem Augenlicht des Lebens geschehen kann..), so laesst es mich nun hoffen, auch fuer folgende Zeilen Gehoer und Sicht zu bekommen. Nach 3 Tagen Einsamkeit laesst sich dieses Verb ins ‘ergattern’ steigern.

Kurz und Gut soll es sich nun Wort fuer Wort verbinden – die heutige Nachricht lautet: “Valentin Schmehl laesst sich auf seiner Liste der Erlebnisses ins Buch des Lebens Band Nummer 13 ¾ Warm einen 10taegigen Crashcourse einmeiseln, in Sachen ‘Was es heisst, ein Moench zu sein’.” Weit ausserhalb jeglichen zeit und datumgefuehles, herausgeschossen aus den Bahnen des geregelten Philistertum, hat es sich also ergeben, dass ich ordiniert wurde. Nach dem man also auf traditionelle Art seines Haupthaares sowie der eher als unnuetz empfundenen Augenbraue beraubt wurde (ich lehnte das Angebot, NICHT mit meiner Kopfhaut zu gehen, also zu gehen, wohlmeinend ab) –bei solchen Prozeduren darf in den hiesigen Kreisen aus Aberglaube kein Haar den Boden beruehren, was mit beschraenkten 6 Armen und 2 Wasserscheusseln ein nervenaufreibendes Karusselrad um sich selbst herum geben kann- kleidete ich mich in weiss.

Nun mehr war ich kein Mensch mehr, sondern ein Nak, in unseren Sprachumwandlungen als Naka bekannt (das Thailaendisch-Suedostasiatische [wie ich es liebe, dieses Wort zu schreiben] Gegenstueck zum chin. Drachen.. iene Art Schlange, wenn man so will. Und ganz am Rande schon etliche Male ‘fast fotografiert’ und ‘versucht gefischt’ und ohnehin gesichtet im Mekong). Diese Wesenswandlung bedeutet einfach nur, dass ich demnaechst ein Moench werde, daher im Zeremoniell und im Gunstanspruch (Karma blabla) einfach hoeher stehe als ich es noch gestern tat. Und um eure Gehirnwindungen noch ein bisschen in suessen Anekdoten schwelgen zu lassen – dieser Zuwerdensein-Moench wird Naka genannt, weil einst einst eine Naka sich als Mensch ‘verkleidet’ (?) hat und Moench wurde. Dieses falsche Spiel bemerkte aber der Buddha und sagte so ganz einfuehlsam (obwohl das Mass an Gemuetsregung heute wohl schwerlich nachgewiesen warden kann): ‘Nur Menschen koennen in den Sangha (die Gemeinschaft) eintreten’. Zum Trost liess die Naka sich aber versprechen, dass zukuenftig alle werdenden Moenche eben Naka genannt werden. So war das damals…

Weiter. Nachdem ich am Naechsten Morgen.. oder wartet! Ich hab ja noch gar nicht erwaehtn, WO wir uns in der Erzaehlung gerade befinden! Halten wir also das altehrwuerdige Prinzip von Ort, Zeit und Handlung ein und beginnen hier:

Ich bin von meienr letzten Ferien-, Jahres- oder Erlbenissetappe im Klettern, dass wir leben nennen, nach dem grossen unabhaengigen Reisen kurze Zeit daheim geblieben, packet meine Sachen aus, um sie an anderer Stelle gerade wieder einzupacken (es laeuft doch ALLES nur auf das ein- und aus- und um-packen. Eine Sache wird zu was anderem umgemodelt, und so geht es immer weiter im Fluss der Dinge..) und mich dann im vaeterlichen Gefaehrt (mein hochgemochter Gastvater [jaja, numero 3, aber der erste, der dieses Titels wuerdig und das mit voller Karacho ist] hat da so einiges noch auf dei Beine gestellt, von dem ich auch erst spaeter Wind bekam. Geld [in Form von ‘ganz freiwilliger Spende’ war auch im Spiel…]) auf zum Wald-Wat (ihr seid natuerlich informiert, der Tempel, das Kloster; Brutstaette des Buddhismusses) Phu Noi (woertl. Kleiner Berg), um dort ein waschechter Moench auf Zeit zu werden. Mit allem Drum und dran, mit mehr ab als dran – also allen Entsagungen, all den Pflichten, all den 227 defnitiv jeden deiner Schritte vorschreibenden Regeln, der Meditation, den 3 Tagen Fasten..

All inklusiv bedeutet hier auch das morgendlich Sterben der Fusssohlen auf den Nadelsteinwegen zum 3km entfernten Dorf (gewisse hoehere Moenche schwingen sich da wohlgetan lieber auf das benzinbetriebene Pferd), um dort Essen zu ‘erbetteln’ (nichts koennte diesen Umstand schlechter erleutern, sind wir doch die halben Gottheiten auf Erden, werden wir doch zo umsorgt, beschenkt, mit Respekt erdreuckt und ange’wait’ und ge’graaaht’ (3x waien und 5-Punkte-Position auf dem Boden).

Inbegriffen der Begriff der Unterordnung unter den respekteinfordernden (uch, dieses Laster mit der Kultur..) Luang Dta (Obermoench, Aeltester und total gebieterisch).

Doch nun denn wohl –

Ich habe also nun, wider Erwarten, erneut eine grosse Lehre und eine tiefe Bereicherung auf meinen Lebenspfaden (eine einzige Strasse ist ja voll oede!) aufgeschultert. Viel gelernt, alles in meinem Inneren. Interessante Einsichten, erschreckende Wahrheiten.

Und alles life nur wieder darauf hin, dass ich mich im Strudel des Fuer und Widers und des Wenn und Abers und aller Philosophie und aller Rationalitaet mir in der Bibliothek der Religion immer noch das Lexikon anstelle eines speziefischen Bandes als Leitfaden waehle, wenn ihr versteht.

Ich bin fuer einen definitiven Glauben oder fuer die Einsicht in einer der vielen unendlichen Wahrheiten moeglicherweise einfahc nicht geschaffen.,,,

Aber von all diesen Dingen soll spaeter erzaehlt werden. Wie letztes Mal wende ich auch hier –meiner guetigen deutschen Deutschlehrerin [entschuldigt und raeusper raeusper: Tutorin] Fr. Adam und ihre interessanten Einblicke in den ‘Epochenueberblick’- die gekonnte Form des Fragments der Romantik an und schliesse hier, ganz unvollendet. Vll. Kommt noch mehr, was gibt es schoeneres als die prickelnde Spannung in einem Buch?

Einfach nur so, und nicht nur, weil ich hundemuede bin.

Punkt hier.

Oder doch erst nach meinem Namen

Tino mit vielen Gruessen

Punkt.

1 Comments:

Anonymous Anonym said...

Wir erwarten hoffnungsvoll die nächste Ausgabe - die nächsten Erzählungen. Wie ging es weiter mit Mönch-sein? Was war der Tagesablauf? Was hast du gemacht? Wer waren die anderen? Bleibt wer dort auf ewig? Und warum? Oder, warum nicht?
Fragen auf Fragen.. sorry.
lg, TAT

18:20  

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